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Zeit als wervollstes Gut Westfälische Nachrichten 8. März 17

Unternehmerin zu Arbeitsprozessen

Von Max Keldenich

Sie ist die wichtigste Währung unserer Tage und so unglaublich kostbar: Die Zeit. „Ich habe keine Zeit dazu“, ist die wohl die häufigste Ausrede, wenn Verabredungen oder Termine nicht wahrgenommen werden können. Die Zeit ist das zentrale Element moderner Gesellschaften, in denen Distanzen immer schneller zurückgelegt werden können. Nicht umsonst entstand eine einheitliche Zeitrechnung in Deutschland im Jahr 1893 im Kontext der Industrialisierung. „Zeit ist Ihr wertvollstes Gut“, lautet das Credo von Christine Walker, die sich während ihrer gesamten Arbeitszeit mit der Steigerung von Effizienz beschäftigt. Am Montagabend stellte sie ihre Ideen in der Reihe der WN-Wissensimpulse vor.

Die gebürtige Schweizerin hat sich vor 13 Jahren selbstständig gemacht und leitet heute ein Unternehmen mit 40 Mitarbeitern, das jährlich einen Umsatz von etwa drei Millionen Euro macht. Walker und ihrem Team geht es dabei um die Effizienzsteigerung von Arbeitsprozessen in großen Unternehmen. Die zweifache Mutter greift dabei auf einfache, aber effektive Rezepte zurück. „Chaos kann man nicht delegieren“, sagt Walker, die deshalb mit Systemen arbeiten lässt. Spontan holt sie einen Zuhörer auf die Bühne, der eingegangene E-Mails in verschiedene Ordner einsortieren soll. Von zehn Nachrichten sind dabei nur zwei für die Chefetage von Bedeutung. „Damit haben sie als Chef einen Zeitgewinn von 80 Prozent“, erklärt Walker.

Die Verteilung von Aufgaben setzt aber eines voraus: Dass Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter besteht. Walker erzählt von einem Unternehmer, der seiner Assistentin beinahe alle Aufgaben abnahm. So gingen Freude und Konzentration verloren, was aber am Arbeitsplatz besonders wichtig sei. Dass dabei vermutlich Fehler unterlaufen, hält Walker für kein großes Problem. „Ich sage meinen Mitarbeitern immer: Macht Fehler. Erst Desaster bringen richtig weiter.“

Wichtig sei dabei, Strukturen und Prozesse aufzubauen, um Vorgänge zu perfektionieren. Die Unternehmerin nennt ein einleuchtendes Beispiel: Der Boxenstopp, bei dem jeder wissen müsse, was er zu tun hat. „Der Fahrer muss sein Team aber Bescheid geben, wann er in die Box kommt“, so Walker.